Heirat mit Hindernissen

Seit über 10 Jahren sind wir schon ein Paar und uns beiden war eigentlich schon vom ersten Augenblick klar, dass wir zusammengehören. Und so stand für uns auch schon nach wenigen Wochen fest, dass wir bald heiraten wollen, was uns aber erst von ein paar Wochen endlich gelang.

Immer wenn wir uns für einen Hochzeitstermin entschlossen hatten, kam etwas dazwischen. Manchmal waren es leider traurige Ereignisse, wie der Tod des Großvaters oder eine Überschwemmung durch die unser Haus zerstört wurde, aber es gab auch freudige Gründe, die Hochzeit wieder zu verschieben. Nämlich unsere 3 Kinder, die ohne Rücksicht auf unsere Hochzeitspläne kamen. Leider waren es immer schwierige Schwangerschaften, und da ich auf meiner Hochzeit feiern und nicht nur Wasser trinken wollte, haben wir lieber bis nach der Geburt gewartet, um neue Hochzeitspläne zu machen. Dann kam noch ein Arbeitsplatzwechsel und Umzug dazwischen und ein Skiunfall. Und so vergingen die Jahre, in denen sich unsere Verwandten dann schon an die vielen Hochzeitseinladungen mit dem Vermerk „Terminänderungen möglich“ gewöhnt hatten und sie schon gar nicht mehr so richtig ernst nahmen.

Inzwischen fragten wir uns, ob es überhaupt noch Sinn mache, einen Hochzeitstermin und eine große Feier festzulegen. Denn irgendetwas würde ja sowieso wieder dazwischen kommen. Also planten wir eine geheime Hochzeit während der Urlaubsreise mit unseren Kindern in den Herbstferien, übrigens genau zum Jahrestag unseres ersten Kusses. Wir nahmen alle unsere Papiere mit und ließen alle Handys zu Hause, damit uns niemand erreichen konnte, auch wenn daheim die Welt unterginge. Als wir endlich vor dem Standesamt waren, stellte mein Mann fest, dass er die Eheringe zu Hause vergessen hatte. Sollte diese Hochzeit etwa auch platzen? Nein, auf keinen Fall. Wir suchten schnell ein Schmuckgeschäft, kauften uns einfache, billige Eheringe und kamen mit nur 3 Minuten Verspätung dann zu unserem Hochzeitstermin. Als Trauzeugen konnten wir das Zimmermädchen aus unserem Hotel überreden, die sich ebenso über unser Hochzeitsglück freute wie unsere 3 Kinder.

„Jetzt sind Mama und Papa endlich verheiratet und können nun auch mal von anderen Dingen reden, als immer nur vom Heiraten!“

Na Gott sei dank!

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